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Die Nachwuchs-Blauröcke aus Bötersen

Die Gründungsstatuten der FF Bötersen hatten 1902 die Feuerwehr noch beschrieben als einen „Verein gesunder und kräftiger Männer“. Kinder und Jugendliche hatten dort nichts zu suchen; Mädchen schon gar nichts. Es gibt jedoch in unserer Zeit auf dem Lande wohl kaum eine bessere Möglichkeit, junge Menschen zum Dienst an der Gemeinschaft zu erziehen als durch ihre Mitarbeit in einer Jugendfeuerwehr. Hier wird nämlich nicht nur über Hilfsbereitschaft, Solidarität und andere Tugenden geredet, sie werden vor allem praktiziert. Natürlich kommen auch Spaß und Spiel zu ihrem Recht, grundsätzlich aber ist die allmähliche Ausbildung der Jugendlichen zu vollwertigen späteren Mitgliedern der örtlichen Feuerwehr beabsichtigt. Dieser Gedanke setzte sich seit den 70er Jahren zunehmend durch, und heute sind Jugendabteilungen für viele unserer freiwilligen Feuerwehren eine Selbstverständlichkeit. Mindestens zehn Jahre alt müssen die Jungen und Mädchen sein, dann kann´s losgehen.

JF-Bötersen-Erntefest2004Aber was macht man da? Alle 14 Tage trifft sich die Gruppe zum „Dienst“, und da gibt es immer etwas zu tun. Neben Spiel und Sport werden die jungen Leute nach und nach auch in feuerwehrtechnische Handgriffe und Techniken eingeführt. Wenn sie 18 Jahre alt geworden sind und in die eigentliche Feuerwehr übernommen werden, haben sie große Teile der Grundausbildung praktisch schon hinter sich. Im Übrigen werden viele Dinge gepflegt, die den Jugendlichen Spaß machen: Volleyball, Korbball, Kegeln, Fahrradtouren, Teilnahme an Turnieren, Zeltlager und Orientierungsmärsche.


        Teilnahme am Erntefest

 

Und natürlich die Arbeit für die Dorfgemeinschaft. Die Bötersener Jugendwehr veranstaltetJF-Bötersen-Heidepark2004 z.B. den alljährlichen Laternenumzug. Sie sammelt in regelmäßigen Abständen Altpapier, hilft mit bei Reinigungsarbeiten und Hydrantenpflege und bereitet das Osterfeuer vor, das von der „richtigen“ Feuerwehr überwacht wird und jedes Mal großen Anklang im Dorf findet. Grob geschätzt teilt sich die Zeit in der Jugendfeuerwehr so etwa in ein Drittel feuerwehrtechnische Ausbildung, ein Drittel Sport sowie ein Drittel Spiel und Spaß. Zum Jahresbeginn hat die Jugendfeuerwehr auch ihre eigene Jahreshauptversammlung mit der üblichen Tagesordnung und der Wahl ihrer Sprecher. Der Jugendwart muss für jedes Quartal einen Dienstplan erstellen, in dem genau festgelegt ist, was die Jugendlichen in den kommenden drei Monaten alles tun werden. Ferner nimmt er den Versammlungen der Jugendwarte auf Kreis- und Samtgemeindeebene teil, wo er weitere Anregungen erhält.

 

                                                                                                                                               Jugendfeuerwehr im Heidepark Soltau

Besondere sportliche Erfolge hatte die Jugendfeuerwehr Bötersen bisher bei den Orientierungsmärschen. Das sind Wettbewerbe, bei den en Nacht-O-Marschfeuerwehrtechnische Fragen zwar auch eine Rolle spielen, aber eben nur auch. Vor allem sollen sie Freude machen, und deshalb machen amüsante Aufgaben einen wichtigen Teil dieser Wettbewerbe aus. Beispiel: Stiefelweitwurf, Beantwortung von Quizfragen und ähnliches. Aber die Jugendfeuerwehr Bötersen ist auf diesem Gebiet sehr erfolgreich. Seit 1986 errang sie auf Kreis- und Landesebene vordere Plätze. Zehn Jahre später wurde sie bei den Kreis Wettbewerben in Kettenburg sogar Kreissieger. Der bisher größte Triumph war allerdings 1997, als unsere Jugendwehr sogar auf Landesebene beim Orientierungsmarsch in Wolfshagen im Harz siegte.


                          Nacht-O-Marsch

Derartige Wettbewerbe werden übrigens nicht nur tagsüber, sondern auch in der Dunkelheit als Nachtmärsche durchgeführt. Und auch hier hat sich die JFW Bötersen bisher gut behauptet. Anläßlich ihres 15jährigen Bestehens richtete sie im November 1990 den „Nachtorientierungsmarsch der Jugendfeuerwehren der Samtgemeinde Sottrum“ aus und belegte den 2. Platz. Und im Jahre 1994 wurde sie sogar Sieger.

Eine große Rolle spielen bei unserer Jugendwehr die schon mehrfach erwähnten Zeltlager. Sie werden auf Landes-, Bezirks-, Kreis- und Samtgemeindeebene durchgeführt, und an ihnen hat Bötersen von Anfang an immer wieder teilgenommen. Ein Höhepunkt dabei war das Zeltlager der Jugendfeuerwehren der Samtgemeinde Sottrum auf der Insel Neuwerk im Jahre 1993. Kurz nach ihrer Gründung bereits bekam die Jugendwehr übrigens ihr erstes Zelt, in dem etwa 12 Personen schlafen konnten. Seit 1991 verfügt sie über ein besonders modernes Zelt mit Trennwänden und Fußboden, ebenfalls für 12 Personen. Sogar eigene Feldbetten sind inzwischen vorhanden!

Aber nicht nur draußen, auch in der eigenen Gemeinde blieb die Jugendfeuerwehr aktiv. Sie gestaltete zusammen mit der Landjugend mehrfach das Kinderferienprogramm der Samtgemeinde.

Das Erfreulichste aber, was man bei allen diesen Erfolgen über die Bötersener Jugendwehr berichten kann: Sie ist keine Eintagsfliege geblieben. Über 25 Jahre besteht sie nun und ist unvermindert aktiv.

Auszug aus der Chronik der FF Bötersen, 2002

Autor: Dr. Gernot Breitschuh

Wer mehr über die Jugend- und die Feuerwehr Bötersen erfahren möchte, kann auch mal unter www.feuerwehr-boetersen.de nachschauen.....